Stimmt so

Früher, in grauer Vorzeit, ging es mir, wie vielen Gitarrenbesitzern. Ich habe meine Gitarre(n) gespielt und ab und zu die Saiten gewechselt. Das war's. Aufbewahrung, Pflege, Hölzer, Feuchtigkeit, Halskrümmung etc. waren Begriffe, die sich nicht mal in der Nähe meines Bewusstseins aufgehalten haben. Dann bekam eine Gitarre nach sehr langer 'Standzeit' einen sog. Trockenriss in der Decke. Nicht sehr groß, aber er nötigte mir einen Gang zum Gitarrendoktor ab. Da ich auch ziemlich dilettantisch an der Stegeinlage 'rumgewerkt hatte, musste die ebenfalls erneuert werden. Ich war entsprechend schuldbewusst und kleinlaut.
Meine 12-saitige ARIA aus den 80ern war auch nicht ohne Blessuren davon gekommen. Sie war unheilbar verzogen (klang ohnehin nicht besonders) und der Gitarrendoktor weigerte sich, zu ihr überhaupt eine Äußerung abzugeben. Also widmete ich mich dem Thema Gitarre deutlich intensiver als bisher.
Geraume Zeit später suchte ich für meinen Sohn eine akustische Gitarre, fand ein attraktives Exemplar in den Kleinanzeigen und wollte ihn damit überraschen. Die Beschreibung "…kleine Gitarre mit großem Klang…" erwies sich im Nachhinein als geradezu verwegen! Die Gitarre war mehr als vernachlässigt, also erstmal gar nicht zu gebrauchen (Erfahrungsbericht s.u.) und so fing alles an.
Mittlerweile hatte ich erheblich dazu gelernt und es ist zu einem ernsthaften Hobby geworden: das Aufbereiten von, zum Teil günstigen, Westerngitarren. Die häufigsten Sünden sind mangelhafte bis nicht vorhandene Pflege, ausgedörrtes Holz, eingerissene und von Seitenschneidern oder Klempnerzangen zerhackte Stege, malträtierte Sättel und Stegeinlagen, schnarrende Bünde, Saiten aus dem letzten Jahrhundert, zerschundene Lackoberflächen, Lackschäden und Lackrisse. Ich verhelfe also mehr oder weniger verdrahteten Holzkisten wieder zu einem fröhlichen und erfüllten Leben als Instrument und versuche, das optimale an Klang herauszuholen. Auch bin ich der Meinung, dass die bei der Produktion verbrauchten Ressourcen nicht in der Mülltonne enden, sondern der Wiederverwertung zugeführt werden sollten!
Dabei gebe ich mir viel Mühe. Das braucht Zeit und die An-Sammlung von Gitarren wird ständig größer, darunter das eine oder andere 'Pflegekind'. Der Vorteil: ich habe verschiedene Marken und Modelle in der Hand, kann mir selbst ein Bild vom Instrument machen und muss nicht Gerüchten und Parolen glauben. Der Nachteil: die ganzen Pflegemittel, Saiten, Werkzeuge & Materialien verschlingen Geld und ich muss fertige Gitarren wieder abgeben, um die Kosten wenigstens zu decken. Selbstredend habe ich mich auch selbst schon Geld gekostet, siehe Abteilung 'Lehrgeld'.
Eines habe ich dabei festgestellt… 1. Ebay macht süchtig! 2. Beim Kauf bzw. Ersteigern muss man sehr(!) genau hinsehen, sofern die beigefügten Fotos das überhaupt zulassen. Optimistische Attribute wie 'gut erhalten', 'übliche Gebrauchsspuren' oder 'Rarität' sind sehr dehnbare Begriffe und nicht selten leere Worte. Nicht wenige Anbieter fallen unter die im ersten Absatz beschriebene Kategorie.
Sollten Sie sich also für eine meiner Gitarren interessieren, vertrauen Sie mir - inzwischen weiß ich, was ich tue!



In der Regel unterziehe ich alle Gitarren einer Basis-Prozedur - oder auch weiterführenden Maßnahmen, wenn es sinnvoll oder nötig scheint:
- je nach Zustand und Konstruktion kommt zuerst ein Humidifier (Befeuchter) ins Schalloch, bis die Decke wieder eine Wölbung annimmt. Zu diesem Thema hat Bob Taylor auf einer bekannten Plattform zwei interessante Videos veröffentlicht: Humidity: The Solution Pt. 1 & 2 (Anfänger Obacht: eine Gitarre ist kein Quellholz!)
- Griffbrett-Behandlung: gründliche Reinigung mit dem öligen, stinkenden Gorgomyte-Tuch (muss bei dem Namen immer an sprechende Fantasy-Puppen denken) und je nach Zustand ein oder mehrmaliges Behandeln mit Zitronenöl; danach fühlt sich die Oberfläche wunderbar glatt und geschmeidig an
- wenn nötig, Glätten der Stegoberfläche, die oft nicht nur rauh und grobstrukturiert ist, sondern mitunter vom Vorbesitzer beim Saitenwechsel malträtiert wurde; es steckt auch schon mal der Rest eines Saitenpins in der dunklen Tiefe; anschließend Behandlung mit Zitronenöl
- Nacharbeiten und Anphasen der Steglöcher, die häufig 'ausgefranst' sind; Einarbeiten einer flachen Nut zur Stegeinlage hin, damit die Saiten nicht wieder ins Holz reißen oder sich hier beim Stimmen verhaken und so unerfreulich knacken
- Entgraten und Verrunden scharfer Bund-Enden (bei vielen Gitarren unterhalb der 200 Euro-Grenze sind die schlicht nur abgeschnitten) und Polieren der Bünde mit 2400er bis 6000er Körnung; macht echt was her, erleichtert das Saitenziehen (benden) und erschwert neuerliches 'Erblinden'
- Befeilen, Angleichen oder Abrichten der Bundstäbchen, Entfernen von Kerben; flachere Bundstäbchen erleichtern das Drücken der Saiten, wirken sich geringer auf die Saitenspannung und die dadurch bedingte Schwankung der Töne aus
- Sattel und Stegeinlage aus Billig-Plastik gegen hochwertigere Materialien mit Kompensation austauschen (z.B. Ivorex-II oder Rinderknochen mit Fettgehalt) und anpassen, wenn das Angesichts des zu erwartenden endgültigen Wertes der Gitarre sinnvoll erscheint; Saitenlage nach und nach optimieren; bei so einem Projekt habe ich i.d.R. nicht den direkten Vergleich, aber wie der Psychologe so schön sagt: das Ganze ist mehr, als nur die Summe seiner Teile. Bei einer kürzlich versteigerten C.Giant hat die neue Stegeinlage tatsächlich(!) eine hörbare Klang-Verbesserung gebracht
- nach und nach die Halskrümmung korrigieren
- bei höherwertigen Gitarren Plastikpins gegen schwarze oder braune Ebenholzpins austauschen, je nachdem, was besser zum Instrument passt; polierte Pins sind ganz schön teuer, also poliere und öle ich die Dinger selbst und öffne die Steglöcher mit einer konischen Reibahle, da Holzpins einen etwas größeren Querschnitt haben
- uralte oder defekte Mechaniken wieder schönmachen oder austauschen
- wenn nötig, vernünftige Gurtpins montieren und immer 2 davon
- wenn nötig, schäbbige Lackrisse und tiefe Kratzer ‚ausbaden‘, nass schleifen und dann wieder mal polieren, bis…datt widda richtich glennzt!
- abgeschabte Stellen, an denen das Holz durchkommt, wieder mit Lackschicht versehen; abgeplatzten Lack an Binding oder Kopfplatte ausbessern
- soweit möglich, Hochglanzlack mit feinem, abrasivem Mittel polieren, bis man mit dem 'nackten Hintern runterrutschen' kann, dann Pflegemittel und Versiegelung drauf, mit weichem Microfasertuch schön nachpolieren; dann Fingers wech und den Klang merken - oder gefälligst nur noch mit Samthandschuhen anfassen ;-))
- verkratzte Pickguards mit entsprechendem Mittel wieder auf 'schön' polieren; gelöste, vermackte, hässliche oder in der Farbe unpassende PGs austauschen; wenn sie generell die Optik stören, z.B. den Abalone-Ring am Schalloch verdecken, gegen ein transparentes PG austauschen oder ganz weglassen; demnächst werde ich mal versuchsweise Pickguards aus verschiedenen Hölzern herstellen, das dürfte bei manchen Gitarren einen ziemlich 'schlanken Fuß' machen
Bei den Saiten mache ich keinen großen Akt. Da es ja meistens Gitarren für Ein- oder Aufsteiger sind, kommen "Bronze Custom Light", oder auch dünnere, eines bekannten Herstellers drauf. Die Fingerchen und ihr Besitzer sollen das Üben schließlich noch ertragen können. Ansonsten muss jeder 'seine' Saiten finden…
Alles, was darüber hinaus geht, kann ich mit 'Bordmitteln‘ und begrenztem Gerät (noch) nicht machen und da lasse ich bisher die Finger davon.

Gitarren, die immer bleiben werden…
Tama TG80, vollmassive Dreadnought, Decke aus dt. Alpenfichte; sollte wohl eine St.Martins-Kopie sein, davon zeugt u.a. der elegante, routenförmige Übergang vom Hals zur Kopfplatte; eine der letzten aus den handgefertigten Serien der Jahre 1977-79 - mit reichlich Vertrauen in die eigene Handwerkskunst, denn der Halsstab ist eingemauert und hat keine Verstellmöglichkeit; 1980 für (mich) damals exorbitante, knappe 1100 DM gekauft, mehr Gebrauchsspuren als mir lieb ist…
Taylor GA3-12, 12-saitige Grand Auditorium; feiner und ausgewogener Klang, Saitenlage fast wie 'ne E-Gitarre, also nix, um drauf 'rum zu hämmern; zweites Exemplar, denn das erste war nahezu unbespielbar und der Händler hat sie ans Werk zurückgeschickt; Merke: auch große Namen werden an einem Montag gezeugt!

Gitarren, die nicht geblieben sind oder für immer bleiben werden…
Baton Rouge Blue Moon, Dread; sehr schön gestyltes und gearbeitetes Teil, mit Mondphasen aus Holz als Intarsien, rundherum aufwendiges Holzbinding mit blauem Mittel-Streifen; dunkelblauer Mattlack und mal wieder 'ne schöne Kopfplatte; sieht klasse aus, klingt gut; trotz des Lobes - die Bundenden mussten entgratet und verrundet werden; relativ trocken, aber gepflegt angeliefert; gehörte nicht zu den 'verdrahteten Holzkisten'
Baton Rouge LEO, eine von 30 OM-Modellen, die nach Deutschland kamen (Prototypen?); vollmassiv, gelaserte Fichtendecke in Leopardenfell-Muster und Mahagonikorpus, feine Leoparden-Intarsie aus Holz im Griffbrett, wieder die schöne BR-Kopfplatte; Cutaway und Fishman-Elektronik; typischer OM-Klang; Sammlerstück (die neue Version LEO 2.0 ist in Serie gefertigt und nicht billig, mit Bubinga-Korpus Elektronik von Shadow – war's der Rotstift oder eine Verbesserung?)
Yamaha FG 30 LTD, Dread; eine von 30 für den amerikanischen Markt gefertigten Modellen (nach allen bisherigen Recherchen gibt's wohl tatsächlich nicht mehr Exemplare); nahezu makellose, laminierte Dread mit den üblichen Zutaten; wurde Mitte der 90er als Reminiszenz an die ach so legendäre FG-160 'verkauft', obwohl nicht wirklich viel Ähnlichkeit besteht; klingt für eine vollaminierte Dreadnought ziemlich ordentlich; Sammlerstück (verkauft)

Yamaha FS 413 S, OM-Modell mit massiver Fichtendecke; ungepflegt & unsauber, uralte Saiten; erstmal Humidifier eingesetzt plus Basis-Pflege-Paket; Bünde verrundet und poliert; neuen Knochen-Sattel und -Stegeinlage angepasst und eingesetzt; macht schon einen erheblich besseren Eindruck; weitere Oberflächenbehandlung erforderlich…
Yamaha F 36 SA, nicht so bekannte Dreadnought mit massiver Fichtendecke; nicht sonderlich gepflegt, ausgetrocknet; die Krönung ist eine gespaltener Halsfuß, weil ein Vorbesitzer die Schraube für einen Gurtpin regelrecht ins Holz gezwungen hat, anstatt vorzubohren, und das auch noch schief; klingt gut; Basis-Pflegepaket; neuer Sattel und Stegeinlage aus Knochen; in Arbeit…

Yamaha F 310 P, Dread; laminiertes Einsteigermodell der bekannten Marke im Package mit dünnem Täschchen, Kirmeströte und anderem Klimbim, Neuzugang; keine Ahnung, warum sich immer mehr Yamahas bei mir einfinden; erst Basis-Pflegepaket, dann Warteschleife…
Yamaha Eterna EF10, Dread, günstiges Unterlabel; vernünftig verarbeitet, erstaunlich sorgfältig abgerichtete Bund-Enden, schlanker Hals; kleineren Lackriss repariert, geschliffen und poliert, nicht mehr zu fühlen und zu sehen; offene, schwergängige Mechaniken mit Plastikflügel gegen relativ günstige semi-closed mit großem Flügel ausgetauscht, die nicht sehr gut produziert wurden, aber 50€-Mechaniken hätten den sinnvollen Rahmen gesprengt; Schmieröl hat geholfen; schlanker Sound, obertonreich; eine der besten Einsteiger-Gitarren, die ich bisher in der Hand hatte und genauso gut, wie die günstigen, neuen F-Modelle (verkauft)

Le Marquis N.Y. OM-27, durchaus schönes Orchestra Modell mit goldfarbenen Mechaniken, Abalone-Einlagen an Schalloch und Zarge und Snowflake-Einlagen im Griffbrett; eher dicker Hals; klingt nach klassischer Folk-Gitarre; ausgeprägte, untere Mitten mit unerwartetem 'Druck' in höheren Lagen; wollte sie für meinen Sohn und ihn damit überraschen und so fing alles an; wurde als "kleine Gitarre mit großem Klang" angepriesen und erwies sich nahezu als Frechheit; die Saitenpins fast in den Steg geprügelt, Stegeinlage völlig verhunzt, Sattel mit 2 Fitzelchen Holz unterlegt und offenbar mit Klebestick drangepappt, Saiten noch aus dem letzten Jahrhundert; regelrecht vernachlässigt; hab' definitiv zuviel dafür bezahlt, hatte aber eine längere Anfahrt und wollte nicht nur Benzin verheizen; hab' Hals nachstellen sowie neue Stegeinlage u. Pins einsetzen lassen, war aber 'rausgeschmissenes Geld und ich hab's dann selbst nochmal gemacht; 1. Gebrauchtkauf, 2 x Kategorie "Lehrgeld"; hat jetzt einen neuen, glücklichen(!) Besitzer - und ich Trennungsschmerz…

PAO CHIA, Dread mit Cutaway; Mahagoni Decke und Korpus, Griffbrett vermutlich Zebranoholz; aufwendig gearbeitet mit bronzefarbenem Abalone im Binding und am Schalloch; hässliches Pickguard entfernt, dann Basis-Pflege-Paket; neuer Sattel und Stegeinlage aus Knochen; Bünde abgerichtet und poliert; noch nicht ganz zufrieden mit der Saitenlage; neue Ebenholzpins; bekommt noch bernsteinfarbene Mechanikflügel und transparentes Pickguard zwecks optischer Aufwertung; noch in Arbeit…

Jasmine S45-SK, Dread, günstiges Takamine-Unterlabel, 2003; ziemlich ungepflegter Neuzugang mit unglaublich viel Syph auf dem Griffbrett und vermutlich noch den 'Erstausrüstungs'-Saiten, Spuren in einigen Bundstäbchen, reichlich Spuren und einige Riefen auf dem Boden; vernünftig verarbeitet und schwer wie ein Panzer; einige Arbeit an Lack und Bünden erforderlich; Warteschleife…

Golden Ton GTD110NT, Dread mit Lindenholz-Decke; wurde mal für den großen Th… gefertigt, verblüffende Ähnlichkeit mit div. C.Giant-Ausgaben; optisch durchaus ansprechend, aber nachlässig verarbeitet, mit Bundenden zum Nägelschneiden; leichtgängige, goldfarbene No-Name-Mechaniken; sieht jetzt wieder aus und klingt wie eine richtige Gitarre, hat einen durchsetzungsfähigen Sound mit Bass; hat jetzt eine gescheite Saitenlage und der Hals liegt gut in der Hand; war reichlich Arbeit…(verkauft)

2 x C.Giant, Dread ohne Modellbezeichnung mit dem schönen Zusatz "Wooden Instruments"; Zwillingsschwester von oben; war ja irgendwie klar, dass auch so ein Teil irgendwann zu mir findet; größter Unterschied: dickerer Hals und der Steg ist ziemlich unsensibel mit der Decke verschraubt und eigentlich wollte ich sowas nicht anrühren, aber, na ja…; beide ungepflegt, Stegeinlage schlicht unbrauchbar, Saitenlage katastrophal, Hals verstellt, eine mit tiefen Kratzern auf der Rückseite; "…wir machen da mal was…!" habe ich gesagt und getan; haben jetzt eine gescheite Saitenlage, Hals eingestellt, Lackoberfläche ist wieder schön eben, blinken und blitzen - und die neuen Stegeinlagen haben den Klang hörbar verbessert (verkauft/ n.n. verkauft)
Damit sind meine Forschungen bez. der Rassen 'Golden Ton' und 'C.Giant' (Spezies: Dreadnaught/ Gattung: Westerngitarren) vorerst abgeschlossen und ich wende mich anderen Gebieten zu.
Hohner Konzertgitarre, schlichtes ¾-Modell; minimale Spielspuren, gehörte meinem Sohn, der jetzt mehr als stolzer Besitzer einer Ibanez EW30ASE ist; (verkauft)

Fender DG 11 E, Dread mit passivem TA unter der Stegeinlage und Minimal-Elektronik; Neuzugang; schwarz-glänzend, ziemlich ungepflegt und zugekleckert (mit was auch immer); auf der Rückseite mit Kratzern übersäht; Saiten aus dem letzten Jahrhundert, Stegeinlage ebenfalls, aber wohl keine ernsthaften Blessuren; erstmal Hals von jeglicher Spannung entlastet und Basis-Pflege-Paket anberaumt; Halskrümmung eingestellt, neue Stegeinlage eingesetzt, 'Werkstattsaiten' von Takamine aufgezogen - jetzt weiss ich, warum Fender-Saiten so zurückhaltend klingen (müssen), Warteschleife…

James Neligan NA 30 MJ, Mini-Jumbo von hinter dem großen Teich; eigentlich guter Zustand, aber Sattel und Stegeinlage wurden vom Vorbesitzer zugunsten einer "…besseren Saitenlage…" regelrecht hingerichtet und sind bereits ersetzt; weisse Mechanik-Flügel gegen bernsteinfarbene ausgetauscht, sieht schöner aus; milchige Verfärbungen im Lack an Zarge und Boden; Warteschleife…

Ken Rose KKW 88, Dread der unglaublichen Art; speziell dieses Instrument hätte ich bei vorherigem Ansehen stehen gelassen(!), nachlässig lackiert, zu wenig Lack u.a. am Schalloch, 2 Mechaniken knirschen; die Krönung sind schwarz 'angepinseltes' Griffbrett und Steg - und aufgeklebte(!!!) Punkte - mal vorsichtig testen, ob die Farbe zu entfernen ist und das Griffbrett wieder nach Griffbrett aussehen kann; war als "…neuwertig…" angepriesen, aber eigentlich reine Verar…ung, die mit jeder Menge Gebrauchsspuren, hundsmiserabel verpackt und mit abgerissenem Steg ankam; Verkäufer hat sich billig 'rausgeredet; kann zum Klang n.n. sagen; bei allen bisherigen Gitarren in meinem Besitz habe ich 3 x ins Schwarze gegriffen - die Quote muss besser werden!
Cheri A-IM, Dread, Pflegekind; keine Ahnung, wo das Teil herkommt?! Name vorher noch nie gehört; ungepflegtes Exemplar, stumpfer, fleckiger Mattlack; Steg schwarz lackiert, verm. helles Ahorn darunter wie bei der Ken Rose; mehrfach nass geschliffen mit 3600er bis 6000er Körnung; mit feiner Paste und Politur nachpoliert; Mattlack hat jetzt wieder farbliche 'Tiefe' und fühlt sich gut an; dafür sieht man die Spuren der nachlässigen Verarbeitung auf dem Holz - man kann eben nicht alles haben; einige leichte 'Wellen' im Boden; schlanker, ziemlich mäßiger Klang; mittlerweile zurück in der Ursprungs-Familie (ist auch gut so!)
Yamaha FG 140, Dread, *um 1970(?); Pflegekind in bedauernswertem Zustand; wurde auf dem Flohmarkt einem gewissenlosen, nur an Profit interessiertem, Händler und damit dem drohenden Untergang entrissen (der Cheri-Besitzer konnte an dem Elend nicht vorbeigehen); offensichtlich mehrfach geschlagen, gekratzt und mit Blessuren übersäht; mit uralten Drähten gefesselt und völlig verschüchtert, kriegte kaum noch einen Ton heraus; erstmal ausgezogen und ordentlich gewaschen; wird jetzt nach und nach wieder gesund gepflegt! Schlichtes, laminiertes Modell mit ein paar Features, die später wohl aus Kostengründen weggelassen wurden; der Zugang zum Trussrod befindet sich an der Kopfplatte und ist mit einer Blende aus Aluminium abgedeckt, die Steglöcher verfügen noch über ein schmale Nut zur Stegeinlage hin, das Pickguard ist dicker als die neueren; offene Mechanikleisten mit Kunststoff-Knöpfen und total stumpf, zerlegt und in Einzelteilen gereinigt und aufpoliert; Stegeinlage kaum noch vorhanden, tiefe Mulden und Riefen auf der Decke, Rückseite ist eine einzige Krat(z)erlandschaft - da kommt noch 'was auf uns zu…

Ibanez AW 30, Dread; nahezu neuwertig, ohne sichtbare Macken o.ä.; ca. 2 Jahre alt, aber ziemlich ausgedörrt, mit grau verfärbtem Griffbrett und Steg; gute Saitenlage, Saiten hatten nur noch Rest-Sustain; typische Ibanez Stegeinlage und Sattel; recht durchsetzungsfähig; schönes & elegantes Teil mit Holzbinding, Abalone an Schalloch und Kopfplatte; wurde wieder schöngemacht (verkauft)

Martinez DCM, Dread; massive Zederndecke, mattlackiert; war eine Art Hausmarke, die nicht mehr existiert; Zarge, Boden, Hals und Kopfplatte etwas glänzender mit deutlich sichtbarer Holzstruktur und Holzbinding rundherum; schönes Teil, vor allem, nachdem ich das rötliche Pickguard entfernt habe (war ohnehin mehr 'ne Folie); dunkler, ungewohnter Klang – ich war bisher immer auf Fichte abonniert; Warteschleife…
Singer, Jumbo; vermutlich ein Prototyp; keinen Schimmer, wer die Gitarre wo gebaut hat, aber schönes Teil; massive Decke, Kopfplatte mit Binding, Abalone in Korpusbinding und Schalloch, vergoldete Mechaniken, angenehm glattes Palisandergriffbrett; leichte Spuren in einigen Bünden begradigt, abgerichtet und poliert; kleinere Kratzer und Schaber ebenso entfernt, wie das hässlich-rote Pickguard; bekam neuen Sattel & Stegeinlage aus Knochen und die helleren Ebenholzpins incl. eines zweiten Gurtpins, vielleicht noch'n Ortega-Pickguard zum Durchgucken…

Collins Education Line CD 18 BK, Dread, Hausmarke eines Händlers; zweite Anschaffung und als "gut erhalten mit üblichen Gebrauchsspuren" oder so ähnlich ersteigert; Griffbrett aus undefinierbarem Holz (soll Palisander sein) mit zwei kleinen Astlöchern (soll man ja kaum glauben!); im Gegensatz zu den neuen Modellen der Reihe ist der Steg nicht zusätzlich verschraubt; schlanker 'Sperrholz'-Klang mit relativ viel Druck; zwei in der Beschreibung nicht erwähnte kleinere Lackrisse entpuppten sich als Risse im Holz; erst wirtschaftl. Totalschaden, dann mein Übungsobjekt für kommende Lackrevisionen, weil man auf der schwarzen Hochglanzoberfläche wirklich alles sieht; versuchsweise Risse repariert und glattgebügelt, wieder Ehrgeiz entwickelt und die Mechaniken eingebaut; Lagerfeuergitarre aus der Kategorie 'Lehrgeld' (verkauft, wenn man das noch so nennen kann)

C.Aemon, Dread; was für ein Name…, meine "Dr. Org.Asmus"-Gitarre; wohl aus dem gleichen Stall wie Clifton oder die dunkleren Golden Ton; sehr helle Decke, dunkler Korpus, durchaus ansprechende Optik; klingt erstaunlich gut trotz etwas dicker Lackierung; durchsetzungsfähig, kräftiger Bass; hat vergleichsweise wenig Arbeit gemacht, jetzt mit besserer Saitenlage und neuer Stegeinlage plus 2 neuen Gurtpins; lässt sich gut spielen, macht direkt Spa߅

DiMavery DR 510 'Flame Marple', Sondermodell, Dread; wieder mal eine "…neuwertige…" Errungenschaft aus der Abteilung günstige Gitarre für Einsteiger; schöne Decke, schlichte Verarbeitung, Bundenden zum Nägelschneiden, Griffbrett und Steg furztrocken; Saiten aus dem…usw; die Halskrümmung hatte Ähnlichkeit mit einem englischen Langbogen und die Saitenlage war erschreckend; wenig benutzt, ein Kratzer; Warteschleife…

Vester VDN 115, Dread; der Name gilt heutzutage vor allem für E-Gitarren und Bässe als legendär; laminierte Fichtendecke & Mahagoni-Korpus; war ziemlich ungepflegt und ausgedörrt, unschöner & fleckiger Mattlack mit einer bis auf die Decke abgeschabten Stelle, mit semi-closed Mechaniken, Saitenpins bis zum Anschlag 'reingedrückt und Macken auf dem Steg; erstmal Humidifier und Basis-Pflegepaket anberaumt, Griffbrett behandelt, Bünde entgratet und poliert und das unschöne, schwarze Pickguard entfernt; abgeschabte Stelle mit Lack versehen, Lackoberfläche mit 3600er und 6000er Körnung abgezogen und abrasivem Mittel nachbehandelt - die Flecken sind weg, dafür dafür hat die Vester jetzt eine seidenmatt-Optik und man sieht im Gegenlicht Verarbeitungsspuren auf Kopfplatte, Zarge und Boden; Aktion war trotzdem sinnvoll; Sattel und Stegeinlage ausgetauscht & Stegoberfläche geglättet, polierte Ebenholzpins eingesetzt; bin mit der Saitenlage noch nicht zufrieden, vielleicht Bünde doch noch abrichten; event. Pickguard aus Mahagoni anfertigen; Warteschleife…

Und zum Schluss das bisherige Glanzstück der Sammlung: eine Sevilla J-71 Quality-Gitarre (der Name taucht bei ebay immer wieder auf als angebl. hochwertige, spanische Rarität; auch Pflegekind vom Cheri-Besitzer; aus der Abteilung "unseriös" mit verstellbarer Saitenlage per Steg-Schrauben; krumm und schief, mehr möchte ich dazu nicht sagen; wurde zum Glück wieder abgeholt…

Verantwortlich: Andreas Niegel

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