Das handwerkliche Stricken wurde bereits im frühen Altertum entwickelt. Sowohl aus dem alten Hellas als auch aus dem Römischen Reich sind verschiedene Strickarten überliefert.
Aus dem 12. Jahrhundert datieren als gesichert geltende Funde von Strickarbeiten aus dem islamischen Ägypten. Zum Ende des 14. Jahrhunderts muss diese Technik auch in Deutschland bekannt gewesen sein, wie die Volkskundlerin Sylvia Greiner in ihrem Buch „Kulturphänomen Stricken“ schreibt. Erst im 19. Jahrhundert wurde das Stricken zur Frauenbeschäftigung, nachdem es zuvor offenbar nur als reine Männerdomäne bekannt war. Seitdem hat diese alte Handarbeitskunst viele Höhen und Tiefen erlebt. Bereits in den 70er Jahren gab es einen wahren Strick-Boom. Schülerinnen strickten im Bus und in der Schule, Studentinnen im Hörsaal; sowohl bei einem Arztbesuch als auch abends in geselliger Runde war immer häufiger das Strickzeug zur Hand. Nicht zuletzt durch das Internet hat das Stricken heute einen erneuten Höhepunkt erreicht. Aber nicht nur dort in den vielfältigen Foren tauschen Strickerinnen aus aller Welt Tipps und Erfahrungen aus. Auch in Strickcafes trifft man sich, um bei Cappuccino oder Latte Macciato die Nadeln klappern zu lassen. Gabriele Auerbach hat mit ihrer Lieblingsbeschäftigung inzwischen Kunstobjekte geschaffen. Weit über das übliche Maß hinaus erarbeitet sie mit hauchdünnen Industriegarnen Bilder mit einer unglaublichen Farbintensität und Struktur. Zu sehen sind diese Objekte von Januar bis Juni 2010 im Raum 404 des Unperfekthauses. Termine, wann die Künstlerin anwesend ist, entnehmen Sie bitte dem Veranstaltungskalender des Unperfekthauses.
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