Berufsfindung - Strategien, um mit der Unsicherheit zu leben

Sind Arbeitsagenturmitarbeiter qualifizierte Berater, wenn man bedenkt, daß jeder dieser Fachleute im Mittel nur 1,4 Vermittlungen pro Jahr zustandebringt? Sind Lehrer als Berater geeignet? Unternehmer? Ältere Leute? Kumpel? Kann man dem eigenen Gefühl vertrauen? Ich möchte an Beispielen erklären, wie man gezielt Unsicherheiten in die eigene Lebensplanung einbauen kann und damit ziemlich gut zurechtkommt. Meistens... ;-))

Keine Sorge, ich mache die Beraterzunft nicht nieder, ich will nur deutlich machen, daß es nicht darum geht, "die" richtige Information herauszufinden, "den" Fachmann zu finden, sondern daß man Gedanken braucht, wie man mit vielfältigen Quellen und Ansichten umgehen kann und damit, daß die eigenen Entscheidungen niemals sicher sein können. Und daß das gar nicht schlimm ist. Für mich ist das Ziel nicht "richtige Entscheidungen treffen", sondern viel mehr "Umgang mit der Unsicherheit"! Das führt dann dazu, manchmal (aber nicht prinzipiell!) auch unübliche Wege zu gehen, immer einen Plan B zu haben (aber nicht irgendeinen, sondern das kann man geschickt oder ungeschickt ansetzen), nicht zuviel auf eine Karte zu setzen (dennoch aber voll engagiert zu sein, nichts mit dem halben Hintern zu machen), zeitlich nichts zu erzwingen, sondern statt dessen offene Türen zu nutzen, sich auf Reifezeiten von Abläufen einzustellen, uswusw.

Zu meinem Hintergrund: 2.Preis bei einem europäischen Jungforscherwettbewerb 1977, Entwicklung&Produktion von Computertechnik seit 1978, Elektrotechnikstudium abgebrochen, weil die Firma zu gut lief, seitdem 4 weitere Firmen gegründet, habe Spaß daran, Unternehmen aufzubauen und beteilige anschließend die maßgeblichen Mitarbeiter, um selbst wieder Freiheiten für Neues zu finden. Aktuelles Projekt ist das Essener Unperfekthaus - damit hab ich mir eine ziemlich schwierige Sache vorgenommen (Sprungbrett für Existenzgründer und Künstler) und bin noch lange nicht erfolgreich damit...