Ariyadasa Kandeges Gemälde von Fassaden-Galerie und Speakers' Corner

Ölgemälde von Ariyadasa Kandege, Atelier im Unperfekthaus

+++ Eröffnung am Sonntag, 6.6.2010, ab 14 Uhr! +++ Wer will, kommt & macht mit +++

Fassaden-Galerie & Speakers' Corner

Das Unperfekthaus, das diese Projekte alleine (Fassaden-Gale­rie) bzw. in Kooperation mit der Stadt Essen (Speakers' Corner 2.0) vor­ge­schla­gen hat, ist eine neue Art von Sprungbrett, auf dem Gründer, Künstler oder Gruppen ohne finanzielle Risiken eigene Projekte aus­pro­bieren und Publikum bzw. Kunden dafür finden können.

Also keine VHS, keine Universität (die auf Aus­bildung ausgerichtet sind) und auch kein Gründer­zentrum oder Künstlerhaus (in denen Gründer & Kün­st­ler unter sich arbeiten), sondern ein auf Pub­likum und TUN aus­ge­rich­teter Ort. Das Haus hat eine erstklassige Lage direkt neben dem Einkaufs­zentrum, war aber (als ehemaliges Kloster) sehr ge­schlossen nach außen. Dank des Ziel2-Wett­be­werbs konnten wir das Unperfekthaus nach außen öffnen – die „Fassaden-Galerie“ ist ein vertikaler Kreativ­wan­der­weg 'rauf und 'runter an der Fassade, begrünt (so­bald es wärmer wird), voll mit Kunst­werken und Blick in die Ateliers.

Und mit „Speakers' Corner 2.0“ hat die Stadt Essen  eine öffentliche Präsenta­tions­fläche bekom­men, für all' die­je­ni­gen, die Vorträge halten möch­ten. Mitten in der Fußgän­ger­zone, mit Internet, Stromanschluß und Lein­wand. Version 2.0 von dem, was die Großen Briten 1872 begonnen und nie fortent­wickelt hatten... ;-)

Beide Maßnahmen (SC2.0 für darstellende, FG für bildende Kreative) ergänzen die gewachsene Innen­stadt durch Sichtbarmachen von Gründern und Kreativen. Hier ist ein einzigartiges Sprung­brett ent­standen für diejenigen, die das wollen und gleichzeitig ein Ansporn für alle anderen, die noch überlegen. Wenn man sieht, was andere tun, dann sinkt die Hemmschwelle - egal, ob daraus ein Beruf wird, oder ob es Hobby bleibt (beides ist im Anfang eh nicht zu unter­scheiden). Das Spektrum dessen, was wir in der Innenstadt tun können, wird erweitert. Dadurch kommen Menschen in die City, die sonst einen Bogen darum machen.


Europäischer Fond für regionale Entwicklung  StandortInnenstadt. NRW Ziel2.NRW
Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen

Fassaden-Galerie und Speakers' Corner wurde ausgewählt im Rahmen des aus dem EFRE kofinanzierten Operationellen Programms für NRW im Ziel "StandortInnenstadt. NRW". Wir freuen uns, daß diese große Baumaßnahme durch dieses Programm ermöglicht wurde - dies ist eine Einmal-Förderung, und zwar die erste und einzige Förderung, die das privatwirtschaftlich betriebene Unperfekthaus bekommen hat. Unser Ziel ist nach wie vor, mit dem Unperfekthaus nicht nur gesellschaftliche Gewinne zu stiften, sondern auch privatwirtschaftlich Gewinn zu machen. Sobald das gelingt, werde ich es laut bekanntmachen - in der Hoffnung, daß ganz viele Unperfekthäuser in anderen Städten möglich werden, sobald bewiesen ist, daß ein Unperfekthaus auf eigenen Beinen stehen kann.

  • Bilder von Fassaden-Galerie, Speakers' Corner 2.0 und von der Preisverkündigung mit Ministerin Thoben und Minister Lienenkämper hier!
  • Offizielles Video zur Preisverleihung hier!

Kommentar:

„Die Innenstädte sind alle gleich!“

Und das ist zu großen Teilen logisch, denn die Bedürfnisse der Bewohner von Düssel­dorf und die der Ein­wohner von Essen sind so verschieden nicht. Es ist richtig, daß all das, was sich irgend­wo be­währt hat, über Filialketten auch in andere Städte kopiert wird. Und genau deshalb brau­chen wir ergänzende Strukturen, die das Angebotsspektrum unserer Innenstädte durch ORIGINALE verbreitern.

Auf diese ORIGINALE kommt es an! Sie machen den Unterschied zwischen Düsseldorf und Essen aus, sie verlocken uns zum Austausch und geben den Städten Charakter. Denn über die Basis-Bedürfnisse nach Bekleidung und Pizzerien hinaus gibt es ein permanentes Interesse an ORIGINALEN, an Dingen, die man woanders noch nicht gesehen hat. Genau dieser Wunsch spiegelt sich in der Klage über die Innenstädte, die „alle gleich sind“. Und es gibt ORIGINALE in unseren Städten! Massenweise!

  • Man darf ORIGINALE nur nicht vorwiegend bei den Großunternehmen suchen, die relativ zur Größe nur wenige kreative Köpfe haben und deren Aufgabe vor allem darin besteht, ganz wenige (oft nur ein einziges!) erfolgreiche Konzepte in die Breite von hunderten von Filialen zu bringen.

  • Das Herumprobieren ist sinnvollerweise in kleinen Strukturen angesiedelt, wo ganz viele kreative Köpfe existieren und wo mißglückte Experimente weniger Schaden anrichten, als in Filialketten.

Wer ORIGINALE in den Innenstädten will, muß Existenzgründer, Hobbyisten, Künstler, Vereine, Gruppen, kleine und mittlere Unternehmen sichtbar machen. Dort existiert ein verborgener Schatz an BarCamps, Twittochs, Gadgetabenden und UserGroups, da werden neue Lampen kreiert, Heizturbos ausprobiert, neue Kunstrichtungen, junge Musikbands uvm..

„Ich glaube, unsere Innenstädte werden wieder attraktiver, sobald man dort weniger Kopien und mehr Originale sieht.“

Mit dem Unperfekthaus, seiner „Fassaden-Galerie“ und der benachbarten „Speakers' Corner 2.0“ ver­su­chen wir genau dieses in Essen (vermutlich einzigartig auf der Welt). Orte, an denen Individuen und Grup­pen sich mit ihren Projekten austauschen und öffentlich sichtbar werden, mitten in der City. Das ist ein Pool, in dem die Experimente gemacht werden, aus denen Neues entsteht. Und dieser Pool wäre in jeder Innenstadt anders, wenn es ihn auch woanders gäbe.

Ich bin fest davon überzeugt, daß das „Anbieten von Möglichkeiten“ in Verbindung mit öffentlicher Sichtbarkeit von Gruppen, Gründern und Künstlern einen ganz enormen positiven Effekt auf unser Zusammenleben und auf das kreative Klima unserer Städte haben wird und ganz neue Bevölkerungs­gruppen in die Städte zieht. Und ich freue mich sehr, daß die Landesregierung, die Jury und auch die Verantwortlichen in der Stadt Essen solch' ungewöhnliche Projekte unterstützen, obwohl diese neu sind und noch nie bewiesen haben, daß sie funktionieren. Genau so muß es sein: Wir müssen experimentieren, denn die „Innovation“, die wir alle wollen, ist nur das erhoffte Ergebnis von ganz viel „Experimentieren“!

Essen, den 7.2.2010
Reinhard Wiesemann
(Gründer des Unperfekthauses)

Logo Unperfekthaus

Unperfekthaus, Inh. Reinhard Wiesemann, Friedrich-Ebert-Str. 18, 45127 Essen-City, Tel. 0201-84735-0, Mail: info@unperfekthaus.de